Gesundheit

Gott sei Dank wurde der Sheltie in der Vergangenheit nie zum Modehund. Deshalb konnte sich die Zucht immer auf Qualität und Gesundheit der Tiere konzentrieren. Die Shelties müssen nie in Massen gezüchtet werden. Massenzucht bedeutet meist erhöhte genetische Defekte und verminderte Gesundheit.

Ein gesunder und gewachsener Zuchtstamm und eine strenge Kontrolle der Verpaarungen ist die Basis dafür, dass die Sheltie-Population auf "gesunden Füßen" steht. Sie können sich also ruhigen Gewissens an dieser wunderschönen und robusten Rasse erfreuen.

Mischlinge

Sind Mischlinge gesünder? 
Antwort

Blue Merles

Sind blue merle Shelties genauso gesund? 
Antwort

Giftiges Essen

Einen Überblick und wichtige Informationen habe ich Ihnen hier zusammengestellt: 
Giftig

Worauf wir Wert legen

Wir achten bei unseren Verpaarungen auf ein möglichst gutes Gleichgewicht der 3 Säulen:

  • Aussehen
  • Charakter
  • Gesundheit

Den perfekten Hund gibt es so wenig, wie den perfekten Menschen. Und hier kommt die Verantwortung des Züchters zum Tragen, die richtige Balance zu finden

Was nützt z.B. eine schöner und gesunder Sheltie der aggressiv oder überängstlich ist? Was nützt der schönste Sheltie, wenn er nicht lange lebt?

Wir hatten das Glück, unsere Zucht auf gesunden, wunderschönen und charakterstarken Tieren aufbauen zu können.

Die Balance zwischen den 3 Säulen wird übrigens in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich gelebt. Die deutschen Züchter priorisieren meiner Meinung zu sehr die Gesundheit zu Lasten von Aussehen und Charakter. Kaum gibt es einen neuen Gentest, suchen wir schon die passende Erkrankung dazu :-). Es gibt nur wenige Rassen, die so aufmerksam untersucht werden, wie der Sheltie.

Im Folgenden erkläre ich Ihnen die wichtigsten Erkrankungen.

HD (Hüftdysplasie)

Die Hüftdysplasie (HD) wird in verschiedenen Graden von A (frei), B (unklar), C (leicht) bis F (schwerste HD) gemessen. Durch starke Beschränkungen bei den Zuchttieren - so darf z.B. nur mit A und B-Rüden gezüchtet werden - ist diese Krankheit inzwischen fast verschwunden. Es existieren Bestrebungen, diese Pflichtuntersuchung auszusetzen.

MDR1-Gendefekt

Beim MDR1-Gendefekt ist die Blut-Hirn-Schranke durchlässig für bestimmte Narkotika, die zum Tod des Tieres führen können.
Der MDR1-Gendefekt ist keine Krankheit, sondern eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Narkosemittel. In der Humanmedizin würden Arzneimittel, die eine Gefahr für die Gesundheit bedeuten, einfach vom Markt genommen - in der Tiermedizin scheint die Pharmaindustrie eine so gute Lobby zu haben, dass man nicht die Medikamente an die Tiere, sondern die Tiere an die Medikamente anpasst.
Derzeit läuft ein Screening aller Zuchttiere auf MDR1 - Auflagen gibt es bislang keine. Wir empfehlen prinzipiell nur Narkosemittel anzuwenden, die unbedenklich sind, obwohl alle unsere Hunde unempfindlich sind. Schließlich wollen wir nicht die Industrie unterstützen, weiterhin Billig-Narkosemittel auf den Markt zu werfen.

Genetische Augenerkrankungen

Alle Zuchttiere müssen auf die Collie Eye Anomalie (CEA), die Progressive Retinal Atrophie (PRA) und den Katarakt untersucht werden.

Diese Krankheiten treten in verschiedenen Stufen auf, was von völlig unbedenklich bis zur Erblindung reichen kann. Die CEA ist gerade in den leichten Stufen meist keine fortschreitende Krankheit, d.h. der festgestellte Status ist angeboren und verschlechtert sich nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Bei vielen Welpen, bei denen eine leichte CEA festgestellt wurde, verschwinden die Symptome im Erwachsenenalter, sog. "GoNormals".

Durch die Pflichtuntersuchung und Beschränkungen bei den Zuchttieren sind die genetischen Augenerkrankungen kein Thema.

Herzerkrankungen

Der persistierende ductus Arteriosus (PDA) ist eine Herzerkrankung. Hierbei schließt sich der Beipass zwischen der Lungenarterie und der Lungenvene nicht vollständig. Dieser Beipass überbrückt die Lunge, solange der Welpe sich noch im Muttertier befindet und schließt sich gleich nach der Geburt. Diese Erkrankung führt nach wenigen Jahren zum Tode, wenn sie nicht behandelt wird. Die Behandlung selbst ist relativ einfach: über einen Katheder wird ein Schirmchen eingeführt, das diesen Bypass verschließt. Nach dem Eingriff sind die Hunde wieder voll belastbar und haben eine normale Lebenserwartung.

Es sind nur extrem wenige Fälle dieser Erkrankung bekannt, die Erkrankung wird aber trotzdem sehr aufmerksam verfolgt.

Was gibt es sonst noch?

Juvenile Nephropathien (JRD - von engl.: juvenile renal dysplasia) sind eine Untergruppe der Nierenerkrankungen bei Hunden. Es gibt einen neuen Gentest - der aber leider nichts nutzt, weil nicht erforscht ist, wie sich der Gendefekt auswirkt. Es gibt freie Tiere, die an Nierenerkrankungen gestorben sind und befallene Tiere, die steinalt wurden.

Hier sehe ich persönlich eine große Gefahr, das dieser Gentest Auswirkung auf die Zucht hat, ohne dass es verlässliche Daten gibt. Beim Sheltie ist mir kein Fall bekannt, dessen Tod auf ein Nierenversagen bedingt durch JRD zurückzuführen wäre.

Kryptochorismus (Einhodigkeit) kommt selten bei Rüden vor. Ein oder sehr selten beide Hoden bleiben im Leistenkanal und rutschen nicht in den Hodensack. Diese Fehlbildung ist ein Import aus England, da dort im Gegensatz zu Deutschland mit einhodigen Rüden gezüchtet werden darf.

Durch die höhere Umgebungstemperatur hat der Hoden im Leistenkanal ein höheres Risiko im Alter bösartig zu werden. Wir empfehlen eine kleine OP im Alter von etwas 4-6 Jahren, um den Hoden zu entfernen.